Wie Sie Ihren Bewohnern und Patienten mit Demenz das Leben erleichtern, ohne sich selbst dabei zu überfordern

Was macht für Sie den Umgang mit Demenz mit der Zeit immer schwieriger?

PflichtbewußtDer verwirrte Mensch verliert mit fortschreitender Demenz bzw. Alzheimer-Erkrankung immer mehr den Bezug zu der Realität, die ihn aktuell umgibt. Vieles, was er äußert oder empfindet, bezieht sich auf ferne Erinnerungen. Gehen Sie ihm entgegen:

Orientieren Sie sich als Pflegekraft an der persönlichen Sicht- und Erlebenswelt der Betroffenen.

Dies hilft dem Demenzkranken genauso wie Ihnen selbst. Denn so fällt es Ihnen leichter, das verwirrte Verhalten, die Erlebens- und Sichtweise zu akzeptieren, sie wertzuschätzen und anzunehmen.

Ist das schwer? Nutzen Sie am besten die Methode, dem Bewohner in seiner Welt zu begegnen: Validation.


Validation: So führen Sie einfühlsame Gespräche

Validieren bedeutet „wertschätzen, akzeptieren, annehmen“.

Validation ist zweierlei:

  1. Eine grundsätzliche Haltung zum Umgang mit Demenz
  2. Eine ganz konkrete Umgangs- und Kommunikationsform mit Menschen mit Demenz

Grundsätzliche Haltung heißt: Sie versuchen, die Emotionen der Menschen zu erspüren, und orientieren sich für die Demenzpflege an seiner persönlichen Sicht- und Erlebenswelt.

So fällt Ihnen der Pflegedienst leichter, und Sie können viele typische Probleme der Demenzpflege mit sehr einfachen Mitteln reduzieren.


So leicht können Sie Unruhe und Weglauftendenz reduzieren

Jeder Mensch wird innerlich unruhig, erbost oder möchte am liebsten weglaufen, wenn er sich überhaupt nicht mehr verstanden fühlt. So geht es auch dementen Senioren. Dann entstehen Konflikte, die zusätzlichen Aufwand erfordern und unter Umständen zu einer Belastung für Pflegerinnen und Pfleger werden.

Durch Validieren vermindern Sie Konflikte und negative Gefühle bei den an Demenz Erkrankten schon im Ansatz. Ganz wichtig für diese Methode:

  • Zeigen Sie unbedingt Verständnis für die Gefühle der Menschen mit Demenz, auch wenn Sie deren Gefühle nicht immer verstehen können.

Wenn Sie ihm mit ihm sprechen, „spiegeln“ Sie seine Emotionen. Dafür reichen oft schon kleine Bemerkungen wie z. B.

Signalisieren Sie Verständnis
„Da sind Sie ganz aufgeregt!“
„Das macht Sie ganz unruhig!“
„Sie fühlen sich hilflos!“
„Das verunsichert Sie!“
„Sie haben Kummer und sorgen sich!“
„Sie fühlen sich ganz einsam!“
„Das enttäuscht Sie!“
„Sie wollen schließlich ihren Pflichten nachkommen!“


Durch diese einfache Methodik schaffen Sie Vertrauen und Harmonie

Validation orientiert sich ausschließlich an den Gefühlen und Antriebsmotoren der erkrankten Menschen. So schaffen Sie eine Gesprächsbasis, die ohne Konflikte und Streit auskommt.

Durch das bestätigende Verhalten auf der Gefühlsebene schaffen Sie eine starke Vertrauensbasis zu dem Menschen mit Demenz. Hieraus entstehen dann weitere Möglichkeiten wie z.B.

  • das Weiterführen biografischer Gespräche,
  • das Akzeptieren persönlicher Rituale oder alter Gewohnheiten und
  • das Erfassen temporärer Energieschübe, die in den Alltag eingegliedert werden können.


Die Kommunikation wird so für alle Beteiligten viel harmonischer und erfreulicher!

Alltagsdemenz:
Ein Beispiel für das Akzeptieren alter Gewohnheiten

Frau Müller steht am Tisch und wischt immer wieder mit kräftigen Bewegungen über die Tischplatte. Sie schaut die Tischplatte kritisch an und führt ihre Wischbewegungen von Mal zu Mal intensiver durch. Was könnte das Gefühl dahinter sein? Pflichtgefühl? Für Ordnung und Sauberkeit sorgen? Stolz einer Hausfrau?

Der Betreuer: „Oh, Frau Müller, heute so tüchtig?“

Frau Müller wischt weiter.

Der Betreuer: „Ja, ja, bei Ihnen ist immer alles aufgeräumt, ganz gewissenhaft.“

Frau Müller wischt weiter und murmelt: „Kann schon sein.“

Der Betreuer: „Die ordentliche Hausfrau wischt regelmäßig Staub, es soll ja auch nicht aussehen wie bei Hempels unterm Sofa.“

Frau Müller schon deutlicher: „Jawohl! So muss es sein.“



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So gelingt Ihnen die Validation in Ihrem Pflegealltag

Die Methode der Validation ist leicht zu lernen. Sie erleichtert Ihnen den täglichen Umgang mit Ihren dementen Bewohnern und Patienten.

  • Wichtigster Ansatzpunkt: Das aktuell gezeigte Gefühl oder der Antrieb des Demenzkranken.

Durch Validation vermeiden Sie, sich in den Gesprächen auf Inhalte einzulassen.

  • Validation setzt ganz bewusst auf die Kraft und die Vertrautheit von Allgemeingesprächen.

Hierzu eignen sich besonders Redewendungen, Sprichwörter, Volksweisheiten oder auch Lieder und Gebete. Die Ergebnisse aus den Gesprächen mit Dementen sollten Sie aufschreiben. Sie helfen Ihnen und anderen Teammitgliedern bei der weiteren Betreuung.

So führen Sie validierende Gespräche sicher

Punkt I
Fragen Sie sich: Welches ist das Gefühl, das sich links der Tat verbirgt?
(z. B. Wut, Schmerz, Trauer, Angst, Freude)

Punkt II
Versuchen Sie zunächst, dieses hinter dem verwirrten Verhalten liegende Gefühl zu validieren:
1. zulassen 2. akzeptieren 3. annehmen 4. wertschätzen.

Punkt III
Bestätigen Sie dieses Verhalten positiv und zeigen Sie Ihr Verständnis.

Punkt IV
Vermeiden Sie, die verwirrten Gefühls- und Verhaltensäußerungen des Menschen mit Demenz

  • zu korrigieren,
  • ihn damit zu konfrontieren,
  • es abzuschwächen, wegzunehmen,
  • zu diskutieren,
  • ihn in „unsere Realität“ zurückzuholen.

Eine ausführliche Darstellung der Methode der Validation finden Sie in „Demenz: Pflege & Betreuung stationär”!


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